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Samstag, 23. September 2017

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Wie wird das Schlafapnoe-Syndrom behandelt?

1. Änderung der Verhaltensweisen

Bei übergewichtigen Patienten bringt eine Reduzierung des Gewichts entscheidende Besserung.

Auf abendlichen Alkoholgenuss oder Schlafmittel sollte verzichtet werden, regelmäßige Schlafzeiten sollten angestrebt werden.

2. Änderung der Schlafposition

Beim chronischen Schnarchen in Rückenlage schafft eine Lagerung auf die Seite bereits Abhilfe. Hierbei werden kleine Tricks verwendet, die die Rückenlage verhindern, z.B. ein harter Gegenstand eingenäht im Schlafanzug im Rücken.

3. Chirurgische Therapie

Probleme im HNO-Bereich (z.B. vergrößerte Rachenmandeln) müssen oft chirurgisch angegangen werden.
Vor einer OP im Rachenbereich sollte auf jeden Fall die Meinung eines erfahrenen Schlafmediziners eingeholt werden, denn die Nebenwirkungen einer solchen OP können beachtlich sein, die Schlafapnoe ist oft nicht beseitigt oder nach kurzer Zeit wieder da und die Möglichkeit einer alternativen nasalen Überdruckbeatmung wird erheblich eingeschränkt.

4. Mechanische Therapie

Als besonders wirksam wird dem Patienten eine nasale Überbeatmung empfohlen (CPAP). Dabei trägt der Patient während des Schlafes eine Maske, über die Raumluft mit einem bestimmten Druck zugeführt wird. Der individuell erforderliche Druck wird zuvor im Schlaflabor ermittelt. Ein "Kollaps" der oberen Luftwege wird damit verhindert. Der normale Schlafrhythmus stellt sich wieder ein. Das Schnarchen unterbleibt und es gibt keine Atemaussetzer mehr. Bezüglich der Kostenübername durch die Krankenkasse empfiehlt sich der rechtzeitige Kontakt mit der Krankenkasse, da es bei gesetzlichen und privaten Krankenkassen unterschiedliche Regelungen bei der Kostenübernahme von CPAP-Geräten als Hilfsmittel gibt und zahlreiche Krankenkassen dazu neigen, nur noch Billiggeräte zu bezahlen.

Patienten, die mit einer CPAP-Therapie nicht zurecht kommen und die einen niedrigen Druck zur Freihaltung der oberen Atemwege benötigen, können es mit einer sog. Zahnschiene (intra-orale Protusionsschine) versuchen, bei der der Unterkiefer während der Nacht etwas nach vorne gezogen wird, wodurch die Atemwege frei werden sollen. Hinsichtlich der Kostenübernahme sollte unbedingt vorher mit der Krankenkasse Kontakt aufgenommen werden.

Verschiedene Schlaflabore bieten auch die TNT-Therapie an, bei der, ähnlich wie bei der CPAP-Therapie, ein leichter Überdruck die Atemwege offen hält. Die Luft gelangt durch eine kleine Nasenbrille in die Atemwege. Dadurch ist der Tragekomfort verbessert. Angewendet wird sie bei leichten bis mittelschweren Fällen der Schlafapnoe und in besonderen Fällen auch bei CPAP-Intoleranz mit schwerer Schlafapnoe. Bei der Vorstellung dieser Therapie vor unserer Selbsthilfegruppe haben wir allerdings festgestellt, dass die Begleitgeräte zur Erzeugung des erforderlichen Luftdrucks noch sehr unhandlich sind.

5. Medikamente und sonstige Hilfsmittel

Zahlreiche Firmen bieten auch Pflaster, Pillen, Salben und andere Mittel gegen das Schnarchen und die Schlafapnoe an. Hinsichtlich der Wirksamkeit dürfte es jedoch eher Überraschungen geben.