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Samstag, 23. September 2017

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StartseiteSchlafapnoeUrsachen und Formen

Ursachen und Formen

Man unterscheidet
  • obstruktive Apnoen
  • zentrale Apnoen
  • gemischte Apnoen.

Das obstruktive Schlaf-Apnoesyndrom (OSAS)

Die weitaus häufigste Form ist das obstruktive Schlaf-Apnoesyndrom (OSAS). Die direkte Ursache ist eine starke Entspannung der ringförmigen Muskulatur um die oberen Atemwege im Schlaf. Dadurch ist der obere Teil der Luftröhre nicht mehr in der Lage, den beim Einatmen entstehendem Unterdruck genug Widerstand entgegenzusetzen. Der obere Teil der Luftröhre fällt zusammen und es kommt zu einer Behinderung der Atemwege. Krankhafte Atemstillstände dauern länger als zehn Sekunden, wodurch der Sauerstoffgehalt des Blutes abfällt. Dies führt zu einer Mangelversorgung des Gewebes und als Folge kommt es zu einer kurzfristigen Weckreaktion des Körpers, aufgrund derer die Atmung wieder einsetzt. Meist bemerkt dies der Betroffene nicht. Die physiologische Struktur des Schlafs wird jedoch zerstört und die Erholungsfunktion behindert.

Hypopnoen

Fällt der obere Teil der Luftröhre nur teilweise zusammen, kommt es ebenfalls zu einer Reduzierung des Atemvolumens, den so genannten Hypopnoen. Auch dabei sinkt letztlich der Sauerstoffgehalt im Blut, aber nicht so stark wie bei Apnoen. Die Anzahl der Apnoen und Hypopnoen pro Stunde gibt der so genannte AHI (Apnoe-Hypopnoe-Index) wieder. Beim Zusammenfallen der oberen Atemwege entstehen Schnarchgeräusche, so dass OSAS-Patienten meistens starke Schnarcher sind. Bei Schnarchern mit starker Tagesmüdigkeit besteht daher der dringende Verdacht auf OSAS. Schnarchen allein und auch gelegentliche, kurze Atmungsaussetzer sind nicht gesundheitsschädlich. In Deutschland sind 1-2 % der Frauen und 2-4 % der Männer im mittleren Lebensalter vom OSAS betroffen, also etwa 800.000 Menschen. Häufig löst die OSAS auch zentrale Atemaussetzer aus, sodass auch die gemischte Form sehr häufig ist.

Zentrale Apnoen

Die rein zentrale Apnoeform ist selten. Durch Schäden im zentralen Nervensystem wird die Atemmuskulatur unzureichend gesteuert, das Gehirn "vergisst" zu atmen. Die zentrale Apnoe ist meist erblich bedingt, kann aber auch neurologische Ursachen haben.

Ursachen der obstruktiven Schlafapnoe

OSAS hat keine einzelne Ursache. Folgende Faktoren können ein OSAS begünstigen:
  • Adipositas (Übergewicht)
  • eventuell zusätzlich auch eine Behinderung der Nasenatmung durch Polypen oder Verkrümmung der Nasenscheidewand,
  • vergrößerte Rachenmandeln,
  • konstitutionelle Erschlaffung der Rachenmuskulatur, Veranlagung
  • abendlicher Alkoholkonsum, Schlafmittel, Nikotin,
  • angeborene Fehlbildungen und Fehlstellungen des Unterkiefers
  • Vergrößerung der Weichteile (z.B. Zunge)

ResMed-Tipp

Das Prinzip "Ursache-Wirkung" ist bei der Schlafapnoe besonders komplex. Deshalb werden leider in manchen ärztlichen Untersuchungen die nächtlichen Atemaussetzer nicht als eigentliche Ursache für viele Beschwerden erkannt, sondern nur die Symptome behandelt. Zögern Sie also im Zweifelsfall nicht, sich eine zweite oder dritte ärztliche Meinung einzuholen, denn die moderne Schlafmedizin kann viel für Sie tun.